DVD » OPERNFIEBER

Ein leidenschaftlicher Film über wahre Leidenschaft
Im richtigen Moment »Bravo« rufen, die Unentschlossenen zum Applaudieren bringen und die Stimmung anheizen – das ist die große Kunst der Claqueure. Zumindest sehen sie das so. Für andere sind sie aus glanzvollen Tagen übrig gebliebene Parasiten, die man bezahlen muss, damit sie einen nicht auspfeifen. Claqueure gab es immer und gibt es immer noch in allen großen italienischen Opernhäusern. Ihr Ruf ist berüchtigt, um sie ranken sich Geschichten und Mythen und viele halten sie immer noch für einflussreich und gefährlich. Ihre Methoden sind subtil, aber nicht zimperlich: in eine Arie hineinräuspern, husten, niesen, etwas laut fallen lassen, zu früh oder gar nicht klatschen, aber auch mit feurigem Applaus, Bravi-Rufen von den Rängen und brennender Begeisterung Karrieren befördern – allerdings nur wenn gezahlt wird. Üblich sind zwanzig Prozent der Gage, manchmal reicht aber auch ein Teller Spaghetti oder ein kleiner Obolus an die Armenviertel, aus denen viele der Claqueure kommen. Die Intendanten bestreiten, wenn man sie darauf anspricht, die Existenz eines solchen „Austausches“ – dennoch kommen die bezahlten Stimmungsmacher rätselhafterweise immer an Freikarten und manchmal wird ihnen sogar ein Flug gezahlt, damit sie ausgeruht und gnädig zur Vorstellung kommen.
«Die Liebe zur italienischen Oper und zu Übervater Verdi dürfte nach diesem feinsinnigen, das Theater auf und vor der Bühne entlarvenden Film auch auf den Kinobesucher überspringen.» Der Bund
«Mit Charme, Geduld und wahrem Interesse gelang es Katharina Rupp, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen und bis zu den inneren Zirkeln der Erfolgskontrolle vorzudringen.» Cinema
«Ein leidenschaftlicher Film über wahre Leidenschaft. OPERNFIEBER poträtiert die italienische Musiktheaterwelt aus ungewöhnlichen Perspektiven. Mit viel Sinn für bildliche Details, einer hervorragenden Kamera und intelligent geführten Interviews stellt die Regisseurin am Spektakel Beteiligte vor, die auf und hinter der Bühne agieren. Liebevoll, aber ohne je die nötige Distanz zu verlieren, führt der Film deren nicht selten bizarre Passion vor Augen.» Aus der Jurybegründung für den Hessischen Filmpreis
scaramanca - Mi, 22. Nov, 18:59
